Mit dem Kawa nach Jotunheimen und Breheimen - Norwegen 2018

Dieses Thema im Forum "Rund ums Reisen im Ausland" wurde erstellt von destagge, 30.07.2018.

  1. destagge

    destagge

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    Hallo Leute!
    wir sind mit dem Sprinter unterwegs, diesmal nach Norwegen - ins Zuhause der Riesen, also Jotunheimen, und ins Zuhause der Gletscher, also Breheimen.
    Tag 1&2:
    Los geht es nachts in München - Ziel ist es vorm Berufsverkehr an Nürnberg und Würzburg vorbei zu sein und bis zum Nachmittag Flensburg zu erreichen. Der Plan geht auf. Lediglich ab dem Elbtunnel und den darauf folgenden 50km geht es kaum vorwärts :-(
    Nach einem schönen Abend bei Freunden kurz vor der dänischen Grenze, geht es über Kopenhagen, Malmö, Göteborg Richtung Oslo. Da wir nicht genau wussten wie wir durchkommen und wann wir in Dänemark sein werden, haben wir uns entschieden keine Fähre zu buchen und fahren über die dänischen Brücken nach Schweden.
    Nach langer Suche finden wir kurz vorm Svinesund, nach bisher über 2000km Fahrt, ein schönes Plätzchen auf einer Lichtung im schwedischen Wald.

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    Von hier aus geht es weiter nach Norwegen :)

    Ein Video gibt es dazu natürlich auch :)


    Grüße
    Michael
     
  2. destagge

    destagge

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    Moin!

    Tag 3:
    Nach einer komplett verregneten Nacht im schwedischen Wald kommt es wie es kommen musste. Wir fahren in Richtung Straße, vorbei an Erdbeerfeldern, über einen Feldweg. Dieser Weg ist so dermaßen aufgeweicht und an einer Steigung, welche wir am Tag zuvor trotz Auswaschungen noch problemlos gefahren sind, geht es nicht weiter und der Sprinter rutscht hin und her…
    Erst mit Anlauf und komplett gesperrten Antrieb kommen wir hoch.
    Nachdem das Adrenalin abgebaut ist, geht es weiter über den Svinesund. Wir nehmen die rote Ausfahrt am Zoll, denn Einstein muss vorgeführt werden (eigentlich kennen die ihn ja schon :D ). Alles problemlos und fix erledigt, also kann es weitergehen – in Richtung Oslo.
    Der Rest des Tages gestaltet sich recht unspektakulär, lässt man mal die Wassermassen vom Himmel außen vor :)
    Gegen Abend erreichen wir das Espedalen, wo wir auf einem schönen Platz am See übernachten. Und weil hier Bilder mehr als 1000 Worte sagen, gibt es hier ein paar Eindrücke vom Espedalsvatnet :)

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    Und hier das Ganze als Video:


    Morgen geht es weiter, uns zwar in Richtung Jotunheimen :)

    Grüße aus dem Sprinter,
    Einstein, Michael & Christin
     
  3. destagge

    destagge

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    Hallo liebe Leute!
    Tag 4:
    Es geht weiter in Richtung Jotunheimen - ins Zuhause der Riesen :)
    Wir fahren noch einen kleinen Umweg über den Peer-Gynt-Vegen, einen der unzähligen norwegischen Schotterwege bzw. Bomveien, wo wir das erste Mal Maut zahlen. Hier zahlt man noch mit Münzen, es geht halt doch nicht alles mit Kreditkarte...
    Wir teilen uns den Weg mit ein paar Wanderern und genießen die tolle, wenn auch regnerische Aussicht.

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    In Vinstra, einem Örtchen an der Staatsstraße 256, besorgen wir uns erstmal Bargeld - die Reste vom letzten Norwegen-Urlaub sind seit der Maut aufgebraucht - und Autan gegen die fiesen Stechmücken. Dann geht es weiter zum Jotunheimvegen, unserem heutigen Ziel.
    Nach nun über 2000km in drei Tagen habe ich heute keine Lust mehr auf die Fahrerei und somit suchen wir bald unseren Übernachtungsplatz - mitten auf der Hochebene, kein Mensch weit und breit, ringsrum Heide und kleine, windgepeitschte Birken, am Horizont die Berge...

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    Das ganze gibt es wie immer auch als Video:


    Morgen geht es endlich zum Gjendesee! :)

    Grüße aus dem Sprinter
    Einstein, Michael & Christin
     
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  4. destagge

    destagge

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    Tag 6:

    Das übernachten hier oben geht natürlich voll in die Hose.

    Wir wissen nicht welche Windgeschwindigkeiten tatsächlich oben kurz vor Glitterheimen herrschten, aber den Geräuschen und Vibrationen nach hatte ich Schiss, dass es die Dachhaube über dem Bett abreißt. Mitten in der Nacht packen wir‘s und fahren runter. Auf einmal ein schleifendes Geräusch. Deutlich leiser als der Wind aber doch deutlich zu hören. Könnte eine schleifende Bremsscheibe oder sowas sein. Als ich Aussteige, sehe ich eine schöne 30cm breite und glatte Spur hinter dem Sprinter, und unseren Abwassertank mit seiner vorderen Kante unten auf der Straße liegen.

    4,5 Grad Celsius, peitschender Wind, Crocs, Schlafanzug - So versuche ich den Tank mit grandiosem Ausblick ins Tal rauszubekommen. Abwasserrohr und der Ablasshahn sind bereits abgerissen bzw. locker, Hochbinden funktioniert nicht. Gegen 3:00 sind wir im Tal...


    Neuer Tag, neues Glück.

    Strahlender Sonnenschein weckt uns. Kein Lüftchen. Wir fahren wieder hoch.


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    Wir wandern nach Glitterheimen, was leider erst in ein paar Tagen öffnet, und von dort aus geht es in Richtung Glittertind hoch. Wir wollen definitiv nicht auf den Berg, denn dazu sind wir weder ausgerüstet noch zeitig genug dran, aber mal einen Blick auf den ehemals höchsten Berg Skandinaviens werfen wäre schon nett :)

    Trotz zuziehendem, schwarzem Himmel zeigt er seinen Gipfel - und wir kehren um. Es hat sicher um die Null Grad und wir haben noch ca. drei Stunden Weg vor uns, bevor wir wieder in unseren warmen Sprinter steigen.

    Eins ist aber sicher: wir kommen irgendwann wieder.


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    Auch hierzu gibt es wieder bewegte Bilder auf unserem YouTube-Kanal.




    Grüße aus dem Sprinter

    Einstein, Michael & Christin
     
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  5. destagge

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    Tag 7

    Heute gibt es ein weinendes und ein vor Freude ausflippendes Auge.

    Einerseits entschließen wir uns schweren Herzens Jotunheimen zu verlassen, obwohl wir eigentlich hier einiges geplant hatten. Aber es macht einfach keinen Sinn bei dem Wetter.

    Andererseits heißt das, dass wir heute übers Sognefjell fahren, eine der schönsten Routen. Wir fahren nach Breheimen – zum Jostedalsbreen, denn dort ist bereits jetzt schon besseres Wetter und die Vorhersagen sind vielversprechend.


    Wir sehen das Sognefjell nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal mit den letzten Überlebenden des Winters. Überall sind kleinere Schneefelder, welche die Sonne noch nicht weggeleckt hat. Auch haben wir das erste Mal seit fünf Jahren wieder mal Sonne hier oben – einfach Traumhaft.


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    Am Abend erreichen wir Gjerde und den dortigen „Jostedal Camping“, zu welchem wir immer wieder gern fahren.

    Ich repariere den Tank, denn heute Vormittag haben wir in Lom bei einem Klempner Rohrstücken und Schläuche besorgt, dichte die Anschlüsse neu ein, da es sie beim Abreißen des Tanks gelockert hat und da Christin ja auch Urlaub hat, schmeiß ich nebenbei noch die Wäsche in die Waschmaschine.


    Morgen lässt hoffentlich der Wind wie angekündigt nach, denn wir haben da einen kleinen Leckerbissen geplant…


    Wie immer gibt es dazu auch wieder ein Video:





    Grüße aus dem Jostedalen,

    Einstein, Michael & Christin
     
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  6. destagge

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    Tag 8:

    Heute passt alles.

    Zwar haben wir weiterhin starken Wind und es sieht danach aus, dass wir die Pläne für den heutigen Tag wieder Mal verwerfen müssen. Nachdem uns aber Tom, der Mann der Betreiberin vom "Jostedal Camping" in Gjerde, ermutigt bzw. die Angst nimmt, beschließen wir es uns aus der Nähe anzusehen: den Gletschersee vom Nigardsbreen.

    Es ist nicht wie am Gjendesee vor drei Tagen. Keine so starken Wellen. Aufgewühlt ja, auch ordentlich Gegenwind, aber definitiv nicht gefährlich. Also baue ich das Kajak auf während Christin alle Klamotten wie Schwimmwesten, Neoprensocken und -Shorties zusammensucht.


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    Die Fahrt zum Gletscher wird trotz massivem Gegenwind und eiskaltem Wasser unsere schönste Kajaktour der letzten Jahre. Der Nigardsbreen erstrahlt in der Sonne, genau wie die grün bewachsenen Felsen am Ufer und die steilen, kahlen Hänge der Berge.


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    Als die Strömung stärker wird suchen wir uns einen Platz zum Anlanden.

    Nachdem wir uns unserer Shorties entledigt und die Wanderstiefel an haben, geht es zu Fuß weiter zum Gletscher. Er ist so schön wie er sich dort zwischen den Felswänden herunterschlängelt. Genauso schön wie schon vor 10 Jahren.

    Wir haben Glück die letzten Sonnenstrahlen genießen zu dürfen, bevor der Schatten der Berge auf das Eis und den rauschenden Gletscherfluss fällt.


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    Das Video dazu solltet ihr euch nicht entgehen lassen ;-)




    Wenn alles klappt, nehmen wir uns morgen den nächsten Gletschersee vor.


    Bis dahin Grüße aus dem Sprinter

    Einstein, Michael & Christin
     
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  7. 997

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    südliches Berliner Umland
    Name:
    Frank
    Hallo Einstein, Christin und Michael (Reihenfolge richtig ? :)),

    schöne Eindrücke, die ihr da in Euren Filmen gesammelt habt. Danke für´s posten.

    Steigert die Vorfreude, denn nächstes Jahr steht bei uns wahrscheinlich auch mal wieder Norwegen auf dem Programm.

    Gruß, Frank
     
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