Rearboarder-Kindersitz: Stützfuß auf Bodenfach

Dieses Thema im Forum "Innenausbau" wurde erstellt von ProblemPaul, 23.06.2018.

  1. Andolini

    Andolini

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    Thomas
    Normalerweise können die Kleinsten am meisten ab. Da geht nicht gleich was kaputt. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

    Dein schwerer 3,5 t schiebt stehende leichtere PKW einfach weg. Irgendwo gibts da nen Video vom Adac oder so. Müsste ich mal raussuchen. Ansonsten ist das einfache Physik.

    Um die Kleinen am besten zu schützen, lass sie daheim. Am wenigsten Schutz bietet wohl der Platz zwischen den Frontsitzen stehend. Das war mein Lieblingsplatz als Kind wenn meine Eltern ein Womo ausgeliehen haben. Alternative war die U-Sitzgruppe ohne Gurte im Heck der Plastedosen. Das war damals Sicherheitsstandard. Tragische Unglücke sind mir nicht bekannt.

    Irgendwo dazwischen muss eben jeder selbst entscheiden, ob und wie er mit seinen Kindern in den Urlaub fährt. Die Verantwortung tragen die Eltern. Da braucht es weder noch mehr Regulierungen noch Verurteilungen von sogenannten Helikoptereltern.

    Der Mittelweg zwischen Komfort und Sicherheit sieht bei uns so aus:
    Meistens (in Dtl. natürlich immer ;) ) sitzt der Große im Kindersitz auf der Rückbank und wird von Frauchen bespaßt. Der Neue liegt im Maxicosi auf dem Beifahrersitz, wenn er nicht gerade gestillt wird. Hinten passt die Schale nicht, da müsste der Tisch weg.
    Manchmal (und natürlich nur im Ausland ;) ) liegt die Familie im Bettchen hinter einem vernünftigen Gurtbandnetz, welches ähnlich wie Gurte am Fahrzeugrahmen befestigt ist.

    Jede noch höhere Sicherheitsmaßnahme (Tisch weg, Reboarder, kein Aufstehen während der Fahrt etc.) würde für uns dem Sinn eines Wohnmobils widersprechen (mobiles Wohnen). Wir fahren oft mehrmals täglich und schauen uns sehr viel an, erleben viel und genießen die Freiheit. Zwischendurch anhalten, umdrehen, gemeinsam essen und weiterfahren. Jede Umbaumaßnahme ist da eine zuviel. Windeln wechseln ohne Tisch ist auch nervig. Der Große malt gern während der Fahrt, da braucht er auch den Tisch.

    Aber wie schon geschrieben, die Verantwortung tragen nur die Eltern. Entscheidet selbst wo euer Mittelweg zwischen Sicherheit und Komfort verläuft.

    Gruß Thomas

    Edit: Gefunden:
     
    Zuletzt bearbeitet: 10.07.2018
  2. ThomasK

    ThomasK

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    Vieleicht mal ein Beispiel aus selbsterlebten:
    Wir waren mit unserm ersten Kastenwagen einem MB 310 mit Hochdach bei Tempo 120 auf der Autobahn in der Schweiz unterwegs. Unsere 15 Monatige Tochter saß nicht in ihrem Kindersitz sonern schlief in der Koje über dem Fahrerhaus. Gesichert mit einem selbst konstruierten (nicht TÜV geprüften Netz), abgepolstert mit Kissen und Decken. Ein Junkie ohne Führerschein war auf dem Weg nach Zürich um neuen Stoff zu kaufen als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor ins schleudern kam und uns in die Seite fuhr, wir stellten uns quer, kippten um, krachten mit dem Heck erst in die linke dann in die rechte Leitplanke. Ernsthaft verletzt hat sich glücklicherweise keiner von uns, es war sicherlich auch Glück dabei. Hinten wo der leere Kindersitz war flogen der Kühlschrankinhalt, Gläser, Flaschen und Schrankbretter herum.
    Sicherheit ist von vielen Faktoren abhängig, mancher mag sich schon besser besser fühlen wenn er bei Tempo 200 im Cabrio mit mit dem Rearborder Kindersitz unterwegs ist.
     
  3. FSK4ever

    FSK4ever

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    Also ganz ehrlich, wenn es jetzt in die Ecke „ich schnall mich nicht an weil ich könnte ja im Auto eingeklemmt werden und hoffe stattdessen darauf dass ich auf ein Himmelbett herausgeschleudert werde“ abdriftet, bin ich raus ...

    Anschnallen hat seine Richtigkeit und ein entsprechender Sitz ebenfalls. Wenn dann noch alles vernünftig verstaut ist hat man abgesehen von vorausschauendem Fahren alles in der eigenen Hand liegende getan.

    In der Koje liegen oder dergleichen finde ich persönlich unverantwortlich... eine ähnlichen Vergleich gab es mal zur Gefahr eines Feuers...
    "Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betreffenden einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss."
    Oberverwaltungsgericht Münster, 10 A 363/86 v. 11.12.86

    Das gleiche gilt für nen Unfall, deswegen die Bitte, anschnallen auch wenn es lästig ist, es gibt genug Deppen die meinen im Tiefflug oder sonstwie unterwegs sein zu müssen...

    Und nein, ich bin kein Helikopter-Papa aber sehe trotzdem zu dass offensichtlich vermeidbare Gefahren vermieden werden ... trotzdem hat Mini sich heute nen Veilchen am Tisch eingehandelt weil die Schritte noch nicht so sicher sind :affehand:

    „Vielleicht sollte ich den Tisch abpolstern“ :zungelang:
     
  4. ThomasK

    ThomasK

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    Ein Helm geht vielleicht auch
    Ich wollte aber keinesfalls die Sinnhaftigkeit des Anschnallens in Frage stellen. Wir haben nach dem Unfall auch nicht mehr darauf verzichtet.
     
    FSK4ever gefällt das.
  5. ProblemPaul

    ProblemPaul

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    Danke für die verschiedenen Gesichtspunkte zu diesem Thema.

    Wie schon weiter oben mal geschrieben, fährt unser Nachwuchs auch im Alltagsauto immer rückwärts. Übelkeit hatten wir dabei noch nie. Wenn es Gemotze gibt, dann ist das nach meiner Interpretation bislang nicht von der Sitzrichtung motiviert :)
    Um von vorne das Kind im Rearboarder beobachten zu können, haben wir übrigens einen gewölbten Spiegel an der Kopstütze.

    Der Tisch ist bei uns während der Fahrt auf keinen Fall vorne montiert. Hatten den bis dato im Bett unter die Polster geschoben. Wobei ich auch noch grüble, wie/wo ich den mit Vertrauen festzurren könnte.

    Wenn ich hier lese, dass bei einem Aufprall die Fächerinhalte durchs Auto fliegen, ist das weil die Klappen- / Schubladenschlösser versagen oder reißt es die Klappen mitsamt Beschlägen aus dem Holz? Oder gar die Einbauten von der Kastenwagenwand?
     
  6. ThomasK

    ThomasK

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    Bei uns haben sich durch die Karosserieverformung im Heck einige Schranktüren geöffnet und beim Umkippen hat die veriegelung Kühlschranktür aufgegeben. Aber man kann sich nicht gegen alle Eventualitäten wappnen, wir haben später darauf geachtet das nichts schweres lose oder in offenen Ablagen herumliegt.

    , 3103_001.jpg 3102_002.jpg 3103_002.jpg 3102_001.jpg

    N
     
  7. jan109

    jan109

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    Jan
    Wenn Du den Deckel des Bodenfaches auf die Last auslegen willst, auf die der Stützfuß ausgelegt ist, dann kannst Du für das ganze Fahrzeug von einer Verzögerung von 25g ausgehen. Damit werden Kindersitze in Schlittenversuchen getestet. Welche Kraft dort dann wirkt, kann ich Dir aber nicht sagen. Wenn nun diese 25g auf alle Inhalte von Staufächern, Kühlschränken und z.B. einen vollen Wassertank wirken, dann wird es zu massivem Versagen kommen. Getestet wird das durch die Hersteller nicht, da nicht gesetzlich gefordert.
    Aber, wie oben durch Thomas erklärt: die tatsächliche Verzögerung in Deinem Kastenwagen mit 3,5t ist abhängig von Deinem Unfallgegner. Ist dieser beweglich und leichter als Du, dann hat der ein größeres Problem als Du. Die Geschwindigkeit des Kastenwagens wird sich weniger ändern als die des Gegners. Entsprechend sind die Verzögerungen in den Fahrzeugen unterschiedlich, obwohl beide am gleichen Aufprall beteiligt sind. Triffst Du aber auf einen LKW oder ein anderes massives Hindernis, dann ist der Kastenwagen benachteiligt, weil er von der Aufprallgeschwindigkeit bis zum Stand verzögert oder auf dessen Geschwindigkeit beschleunigt wird mit entsprechend hohen Verzögerungen für Insassen und Einbauten.

    Gruß,
    Jan
     
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